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Archiv für Februar 2007

BenQ Mobile nicht mehr zu retten

Dienstag, 27. Februar 2007

Am Sonntag teilte der Insolvenzverwalter mit, dass BenQ Mobile definitiv nicht mehr zu retten sei und damit das Aus für den Handyhersteller gekommen ist.

Zwar wurden seit Herbst 2006 mehr als 100 Gespräche mit Kaufinteressenten geführt, ein wirklich brauchbares Angebot sei jedoch nicht darunter gewesen. Rund 30 konkreteVerhandlungen habe es jedoch gegeben. Nun sieht Martin Prager keine Chance mehr, das Unternehmen in irgendeiner Form zu retten bzw. als Ganzes weiterzuführen. Ein letzter Interessent habe abgesagt, nachdem die komplette Situation des insolventen Handyherstellers geprüft worden war und man zu dem Ergebnis kam, dass ein Profit unter den gegebenen Bedingungen nicht zu erwarten sei.

In den letzten Wochen habe es zwar weitere Anfragen gegeben, brauchbare Finanzierungsvorschläge wären jedoch nicht darunter gewesen, so der Insolvenzverwalter. Jetzt werden die verbliebenen Vermögensteile verwertet und aus diesem Erlös sollen dann die Ansprüche von Mitarbeitern und Lieferanten wenigstens teilweise gedeckt werden.

Am 1. Januar 2007 war ja das Insolvenzverfahren über BenQ Mobile eröffnet worden, die Betriebe in München und Kamp-Lintfort wurden geschlossen und mehr als 2300 Mitarbeiter konnten in Transfergesellschaften wechseln. Siemens will ihnen längerfristige Jobangebote machen und sie damit vor der Arbeitslosigkeit schützen. BenQ Mobile versuchte zuletzt erfolglos mit neuen Modellen zu punkten, was aber nicht gelang.

Mit der WLAN-Community FON gratis telefonieren

Montag, 26. Februar 2007

Als Mitglied der WLAN-Community FON können Besitzer eines Symbian-Geräts mit S60 (3rd Edition) Betriebssystem nun weltweit an rund 100.000 Hotspots gratis telefonieren. Ebenfalls gratis erhältlich ist der dafür nötige Connection Manager, dieser stellt automatisch die Verbindung per VoIP her – die in der Umgebung verfügbaren Zugangspunkte werden natürlich selbsttätig erkannt. Nur die eigenen FON Zugangsdaten müssen vom User eingegeben werden und schon ist die Verbindung möglich. Um den VoIP-Einstieg besonders einfach zu machen ist in den Niederlanden ist bereits ein vorkonfiguriertes Bundle aus Nokia Handy und FON Router verfügbar.

Auf den Business-Geräten der E- bzw. N-Serie kann man dieses System nutzen, aber es soll zukünftig auch auf andere Hersteller ausgeweitet werden. Sofern eine WLAN-Funktion integriert ist können so auch Musik- oder Videoplayer ganz einfach zu einem Handy werden. Damit dieser Dienst weiter verbreitet wird, wurde ein Lizenzabkommen mit dem Anbieter ZING geschlossen.

Auch die Nutzung als mobiles Internetterminal ist natürlich problemlos möglich. Ende 2005 wurde FON in Spanien gegründet, es bietet seinen Nutzern auf Community-Basis WLAN-Netze. Das System wird mittlerweile in 140 Ländern erfolgreich betrieben, da jedes Mitglied den eigenen Breitbandzugang auch anderen zur Verfügung stellt – 15.000 private Hotspots gibt es bereits in Deutschland. Die User unterteilen sich in drei Gruppen – Linuses, die ihren eigenen Internetanschluss teilen und im Gegenzug kostenlosen Zugriff auf alle FON Access Points haben; Aliens, die ihren eigenen Internetanschluss nicht teilen und dann 3 Euro oder US-Dollar für ein Tagesticket bezahlen müssen um Zugang zur FON-Community zu erhalten und Bills, die mit der Bandbreite Geld verdienen, denn sie bekommen 50 Prozent der Gebühren die Aliens bezahlen, um über Bill Access Points Zugang zur FON Community zu bekommen. Des weiteren können Bills auch mit ihrer personalisierten FON Access Point Startseite (Access Portal) Werbung für ihr Geschäft machen. Mittlerweile unterstützen auch Partner wie Google oder Skype dieses Projekt.

Neues Handy mit integriertem Fax präsentiert

Donnerstag, 22. Februar 2007

Während die meisten Smartphones mittlerweile Faxe senden und empfangen aber nur durch Zusatzgeräte ausdrucken können, geht der schwedische Hersteller Possio einen anderen Weg: Sein neues „Handy“ Greta GSM hat ein herkömmliches Faxgerät integriert.

Das etwa ein Kilo schwere Gerät kann auch als Thermo-Drucker und mobiles Modem eingesetzt werden. Gerade für Businesskunden dürfte das Fax interessant sein, denn Geschäftsreisende haben nun tatsächlich ein transportables Büro mit allen benötigten Funktionen im Gepäck. Auch Techniker, Rettungsorganisationen oder Trucker könnten sich für Greta GSM interessieren.

Die Stromversorgung erfolgt entweder über einen integrierten Akku oder das 12- bzw. 24-Volt-Netz eines Autos oder LKWs. Konkret können jeweils bis zu 50 DIN A4-Seiten ausgedruckt werden und durch die vorhandene Triband-Technik funktioniert das Gerät auf Basis von Siemens-Komponenten fast überall ohne Probleme. Die Verbindung – etwa mit einem PDA oder Laptop – erfolgt über die USB-Schnittstelle.

Der Preis steht derzeit noch nicht fest, das Vorgängermodell kostete aber ca. 600 Euro. Die Auslieferung soll im Juni 2007 beginnen. Possio hat nach eigenen Angaben vor zehn Jahren das mobile Faxgerät erfunden und verkaufte mittlerweile rund 50.000 solcher Geräte. Der Hersteller ist bislang auf vier Kontinenten präsent und wagt mit Greta GSM jetzt auch den Schritt nach Nord- bzw. Südamerika.

Weitere Informationen: www.mygreta.com

Indien – treibende Kraft für asiatischen Handymarkt

Dienstag, 20. Februar 2007

Im vergangenen Jahr hat der asiatische Mobiltelefonmarkt deutliche Zuwächse verzeichnet. Wie das Marktforschungsinstitut GfK Asien berichtet, wuchs das Volumen des Mobiltelefonabsatzes 2006 um rund 38 Prozent auf mehr als 169 Millionen Stück, der Umsatz lag bei rund 39 Milliarden Dollar. China dominiert mit 115 Millionen verkauften Mobiltelefonen und mehr als 19 Milliarden Dollar Einzelhandels-Umsatz weiterhin den asiatischen Markt. Indien verzeichnete dagegen die größten Wachstumsraten. Asiatische Konsumenten sind laut den Marktforschern zunehmend bereit, mehr Geld für höherwertige Endgeräte zu investieren.

Gegenüber 2005 stieg der Marktwert der asiatischen Region um 23 Prozent. Nach Ansicht der GfK-Experten deute dies auf eine Verlangsamung des sinkenden Pro-Stück-Preises hin. Im vergangenen Jahr zeichnete sich Indien als größter Wachstumsmarkt Asiens aus. Um 67 Prozent stieg der regionale Marktwert, das Absatzvolumen wurde gegenüber 2005 verdoppelt. Es zeigte sich anhand der drei Mobiltelefon-Kategorien monochrome Telefone, Farb-Telefone und jene mit integrierter Kamera, dass der Absatz von Farb-Telefonen mit integrierter Kamera am indischen Markt um 136 Prozent anstieg. Um 97 Prozent erhöhte sich der Absatz von Mobiltelefonen mit Farbdisplays, die über keine integrierte Kamera verfügen.

Nur Taiwan und die Philippinen wiesen von den insgesamt elf untersuchten asiatischen Ländernkein Wachstum des Mobiltelefon-Einzelhandels auf. Stanley Kee, Commercial Director für Digital Imaging und Telekommunikation bei GfK Asien meint, dass die Ursache in Taiwan auf die Reife des Marktes zurückzuführen sei. Die Branche konzentriere sich auf den Philippinen statt auf den Verkauf neuer Endgeräte auf den Umsatz pro Kunden. Der Markt für gebrauchte Telefone auf den Philippinen würde darüber hinaus weiter anwachsen.

Die Trends der 3GSM Messe 2007

Freitag, 16. Februar 2007

Auf der großen Mobilfunkmesse 3GSM in Barcelona präsentierten sich soeben die Hersteller und Telekomunternehmen von ihrer besten Seite. Allerdings zeigte sich generell, dass der Wettbewerb immer härter wird und selbst die großen Unternehmen mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, denn der Gerätemarkt gilt allgemein als gesättigt. Deshalb ist es nötig, dass die Handyhersteller mit neuen Modellen und innovativen Lösungen punkten, nur so können die potenziellen Kunden gelockt werden.

Gleichzeitig gehen die Verdienstmöglichkeiten zurück, denn die pro Gerät erzielbaren Preise bzw. Gewinne sind in den letzten Monaten massiv gesunken. Die Netzbetreiber wiederum müssen laufend günstigere Tarife anbieten, denn durch die unzähligen Discounter besteht ein enormer Druck, denn die Kunden verstehen nicht, warum sie etwa für bei einem konventionellen Mobilfunkvertrag oft deutlich mehr bezahlen müssen, als bei der Benutzung einer Prepaid-Karte eines Billigproviders. Die Branchenriesen können oft nur durch umfangreiche Zusatzdienste wie Videotelefonie oder mobile Datenservices überzeugen, wofür allerdings noch bessere Handys nötig sind.

Auch die mobile Nutzung von Musik und Video soll vorangetrieben werden, die Telefonproduzenten bieten dafür inzwischen genügend Modell an, etwa Sony Ericsson mit dem neuen Walkman-Handy 880i, das trotz kompakter Abmessungen UMTS-tauglich ist und den direkten Download von Songs aus dem Internet ermöglicht. Auch Samsung setzt auf Entertainment: Mit dem SGH-F300 wurde eine Kombination aus MP3-Player und Mobiltelefon auf der 3GSM vorgestellt.
Durch das SGH-F500 oder das Apple iPhone soll zudem das Abspielen von Filmen oder anderen Videos auf dem Mobiltelefon Standard werden. Da bisher noch zu wenige Anwendungen dafür vorhanden sind, müssen die Netzbetreiber in nächster Zeit vermehrt in den Ausbau der entsprechenden Dienste investieren: Kunden wünschen sich nämlich neben dem Empfang von TV-Programmen auch die Downloadmöglichkeit von Nachrichtenclips oder der Lieblingsserie, um diese dann bequem z. B. im Zug ansehen zu können.

Durch die Übertragungstechniken HSDPA oder UMTS können entsprechende Inhalte jetzt endlich schnell auf das Gerät kommen. Auch das Web 2.0 spielt eine immer größere Rolle im Handybereich: Durch spezielle Schnittstellen können mit einem einzigen Knopfdruck selbst aufgenommene Bilder in Fotoblogs oder Videos auf Portalen wie YouTube veröffentlicht werden. Nach wie vor ein Nischendasein fristet das Thema VoIP, wofür zwar genügend Geräte zur Verfügung stehen, allerdings fehlt noch die breitere Vermarktung dieser Technik. Generell kann gesagt werden, dass die sich im Handy-Bereich einiges tut und die Hersteller immer mehr auf optisch ansprechende Geräte setzen, um als Designobjekte beim Kunden zu punkten. Durch neue Display-Technologien wird es in den nächsten Jahren auch immer mehr schlanke Modelle geben und neue Bedienkonzepte stehen in den Startlöchern.

Windows Mobile 6 auf dem 3GSM World Congress veröffentlicht

Mittwoch, 14. Februar 2007

Auf der 3GSM in Barcelona werden nicht nur Hardware und alternative Anwendungen vorgestellt, sondern auch gleich ein neues Betriebssystem für Handys. Microsoft stellte im Rahmen der 3GSM in Barcelona Windows Mobile 6 vor, die neue Version seiner Software Plattform für Smartphones. Bei dem neuen System soll der Nutzer von der verbesserten Benutzerführung und neuen, bereits vom PC bekannten Anwendungen profitieren; die ersten Handys mit Windows Mobile 6 wurden schon präsentiert.

Ein Windows Mobile basiertes Gerät soll sowohl im Arbeitsalltag als auch privat, in Besprechungen oder unterwegs Zugriff auf aktuelle Outlook Informationen, Dateianhänge in den gängigen Office Formaten oder auch Musik und Filme ermöglichen. Steve Ballmer, CEO bei Microsoft Corp. meint, dass die Mitarbeiter, die so jederzeit unterwegs miteinander und mit der Firma kommunizieren und Informationen abrufen können ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen sind. Windows Mobile sei der Eckpfeiler einer Microsoft Strategie mit dem Ziel, innovative mobile Technologien in alle bestehenden Schlüsselprodukte zu integrieren, um damit den Geschäftserfolg von Unternehmen zu steigern.

Das Öffnen von E-Mails im HTML-Format, einschließlich der Verlinkung zu Internet und Intranet wird durch Windows Mobile 6 ermöglicht. Wie am PC werden Text und Bilder dargestellt, gleichgültig ob sie vom firmeneigenen Microsoft Exchange Server kommen oder von einem der zahlreichen Web-E-Mail Anbieter wie Windows Live oder Yahoo. Das Öffnen und Bearbeiten von Office Dokumenten wird durch die mobilen Versionen von Office Outlook, Office Word, Office Excel und Office PowerPoint unterstützt und bringt so zahlreiche Anwendungen des PCs auf ein kleines Display. Die neue Version des Betriebssystems ermöglicht es, in Dokumenten im originalen Format zu arbeiten.

Ebenfalls Bestandteil von Windows Mobile 6 ist die Direct Push E-Mail Technologie. Der Outlook Kalender, E-Mails, Aufgaben und Kontakte werden über den Microsoft Exchange Server automatisch synchronisiert und die Übertragung der E-Mails findet verschlüsselt statt. Neue Perspektiven bei der Integration mobiler Geräte in die IT Infrastruktur von Unternehmen werden durch das Zusammenspiel von Microsoft Exchange Server 2007 und Windows Mobile 6 eröffnet. Auf die Gerätesicherheit wurde seitens Microsoft besonders geachtet, alle auf einem Gerät befindlichen Daten können im Fall von Verlust oder Diebstahl over-the-air gelöscht werden – so können vertrauliche Informationen nicht in die falschen Hände gelangen.

Weitere Infos gibt es auf der Microsoft-Homepage

LG KE970 “Shine”

Montag, 12. Februar 2007

Der koreanische Hersteller LG hat sein neuestes Modell nun offiziell gelauncht – das LG KE970 ist das aktuelle Modell der Black Label Serie und es trägt den Namen „Shine“. Aus reinem Metall besteht die Außenhülle, sie verleiht dem aufschiebbaren Handy ein unverwechselbares Design. Eine 2-Megapixelkamera für Bilder und Videos, sowie ein MP3-Player sind auch mit an Bord.

Die elegant kühle Optik des glänzenden Metallgehäuses macht das Shine zu etwas besonderem und in geschlossenem Zustand verwandelt sich das 2,2-Zoll-Display in einen Spiegel, der den Metall-Look zusätzlich betont. Das “Magic Mirror” Display erwacht zu Leben, wenn man den Slider öffnet und die Tasten des LG Shine erscheinen dann in kühlem blauem Licht. Mit einer Multi-Funktions Scroll-Taste wird das Menü angesteuert, die beim ersten Test allerdings etwas unpräzise und gewöhnungsbedürftig zu sein scheint.

Das Full Metal-Phone bietet für die Augen eine 2-Megapixel-Kamera mit Autofokus und eine von dem renommierten Optik-Spezialisten Schneider-Kreuznach zertifizierte Linse. Der MicroSD Slot, mit dem der interne 45-MB-Speicher bis auf 2GB erweitert werden kann, sorgt für eine üppige Speicherkapazität. Musikfans können ihren eigenen Kopfhörer über den 3,5mm-Klinken-Eingang an das LG Shine anschließen. Außerdem gibt es kabellosen Musikgenuss via Bluetooth. Das Shine ist mit einem Flugzeugmodus ausgestattet, um den Musik-Player auch ohne Telefonfunktion nutzen zu können. Als Energiespar-Maßnahme sollte man diesen allerdings auch außerhalb des Flugzeugs nutzen, denn laut Hersteller hat das LG Shine nur 2,5 Stunden Sprechzeit.

Das LG Shine ist in Korea seit November 2006 am Markt und hat sich seitdem schon mehr als 180.000 Mal verkauft. Hierzulande wird das Gerät ab nächster Woche allerdings vorerst nur exklusiv an T-Mobile-Partner und T-Punkte ausgeliefert, bei etwa 450 Euro wird der Preis ohne Vertrag liegen.

Neue UMTS-Frequenzen sollen versteigert werden

Mittwoch, 7. Februar 2007

Im Jahr 2000 brachte die Versteigerung der ersten UMTS-Lizenzen noch fast 50 Milliarden Euro, nun sollen schon bald die nächsten Frequenzen angeboten werden.

Allerdings dürften die Einnahmen für den Bund dieses Mal deutlich geringer ausfallen, denn bisher konnten sich nur T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 überhaupt den Bau der nötigen Sendeanlagen leisten, die Mobilcom- und Quam-Frequenzen wurden gar nicht genutzt. Die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass gar keine so große Nachfrage nach UMTS-Diensten besteht, wie dies selbsternannte Experten prognostiziert hatten.

Dementsprechend geht auch der Absatz der entsprechenden Geräte zaghaft von statten, die jetzt mögliche Videotelefonie spielt nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Die Bundesnetzagentur will trotzdem im Lauf des Jahres alle Vorkehrungen treffen, um so bald wie möglich weitere UMTS-Lizenzen vergeben zu können.

Bis jetzt hat Vodafone am meisten in das neue Netz investiert und gerade bei den neuen mobilen Breitbanddiensten rechnet sich der Betreiber gute Einnahmen aus, wenn auch der UMTS-Bereich erst rund ein Zehntel des Jahresumsatzes ausmacht. Gerade die praktisch flächendeckende Verfügbarkeit und der flexible Einsatz von mobilem Internet mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde lockt die Kunden. Viele steigen bereits von konventionellen Anschlüssen per DSL- oder Fernsehkabel auf die UMTS-Variante um.

Medienexpertin fordert Handy-Unterricht

Montag, 5. Februar 2007

In letzter Zeit wurden auf Handys von Jugendlichen vermehrt brutale Filmschnitte von Schlägereien und Mobbing entdeckt. Experten sehen dabei die Fehler bei den Lehrern und Eltern, da diese sich jeweils zu wenig um die Wirkung des Handys kümmern. Mit einer Art Handy-Kunde im Stammunterricht wollen Medienwissenschaftler die Medienkompetenz der Schüler fördern. Denn der Mobilfunk spielt inzwischen eine wichtige Rolle bei der Identitätsfindung der Jugendlichen, verkündeten die Wissenschaftler.

Als schwerwiegendes Problem bezeichnete eine Wissenschaftlerin die Tauschbörsen, bei denen vor allem Jungen kleine Filme mit Gewalt- und Pornoszenen austauschten. Darunter seien Szenen, die auf dem Index stünden, etwa die Erhängung des irakischen Diktators Saddam Hussein oder Folterungen russischer Soldaten.
“Als ich das Material, das mir von den Jugendlichen gegeben wurde, gesichtet habe, wurde mir schlecht. Vor dieser Entwicklung dürfe die Gesellschaft nicht länger die Augen verschließen.”, so die Aussage der Wissenschaftlerin.

Welche Bedeutung die verschiedenen Clips für die jugendlichen haben, ist noch nicht eindeutig, sicher ist jedoch, dass negative Auswirkungen zu erwarten sind. Selbst von einer Regulierung der Hardware der Geräte ist die Rede.

“Ich glaube, es ist ähnlich wie früher bei den ersten Sex- oder Horrorfilmen, die man sich heimlich angesehen hat: Man ekelt sich, aber es muss sein, als Mutprobe oder aus Gruppenzwang” – die heutigen Inhalte, die auf Handys zu finden sind, sind brutaler, skrupelloser und eindringlicher als früher und somit können die Jugendlichen negativ geprägt werden.

Ein weiteres Problem ist, dass die verschiedenen Clips innert kürzerster Zeit auf den Display von Kindern geraten können, welche definitiv noch nicht reif für solche exzessive Szenen sind, denn immerhin besitz heute ein Drittel aller unter 10-jährigen ein Handy.

Des weiteren kommt hinzu, dass in den meisten Schulen noch kein richtiger Umgang mit dem Medium gefunden wurde, denn das Spektrum reicht vom Handyverbot bis zum offenen Telefonieren im Unterricht. Zusätzlich betrachten viele Eltern betrachteten das Mobiltelefon für ihre Kinder in erster Linie als Notfall-Medium. Die zweite Sorge gelte der Rechnung und was sich sonst mit oder auf dem Handy abspielt, ist den Eltern egal.

Niedrigere Roaming-Gebühren durch EU-Regelung

Freitag, 2. Februar 2007

Laut der zuständigen EU-Kommissarin Viviane Reding soll noch heuer die lange erwartete Obergrenze für Auslandsgespräche beschlossen werden. Damit wird das Telefonieren per Handy innerhalb der Europäischen Union deutlich billiger, denn es soll eine genaue Vorgabe für den Höchstpreis pro Minute geben.

Das ist nötig, weil die Handynetzbetreiber von sich aus zu keinen Vergünstigungen bereit waren. Die EU will das nun gesetzlich vorschreiben, denn die meisten Telekom-Konzerne verfügen in mehreren Ländern über Partner- bzw. Tochterunternehmen.

Bereits vor Weihnachten könnten die neuen Tarife Realität werden. Konkret betroffen sind die Preise, die man bezahlen muss, wenn man vom Ausland nachhause telefoniert bzw. in einem EU-Land angerufen wird. Darüber hinaus sollen auch Gespräche ins örtliche Netz (etwa am Urlaubsort) nicht mehr teuer verrechnet werden. Ende Januar könnte der Binnenmarktausschuss im EU-Parlament die nötigen Preise festsetzen, die endgültige Beschlussfassung findet dann – sofern das der von der derzeitigen Präsidentschaft tatsächlich geschafft werden kann – am 11. April statt. Im Mai folgt schließlich die Diskussion unter den Parlamentariern. Laut eines Entwurfs soll aber nicht nur der sog. „Euro-Tarif“ für die Kunden Vorteile bringen, durch eine eigene Roaming-Börse dürfen Netzbetreiber ihre Leistungen überregional anbieten. Schon bald könnte es auch Vorgaben für die Preise von Kurznachrichten (SMS) und MMS geben.