Obwohl der Start von DVB-H in Deutschland noch auf sich warten lässt und wohl die großflächige Verbreitung von mobilem Fernsehen erst 2008 kommen soll, geht eine Studie weiterhin von einem großen Marktpotenzial für die entsprechenden Angebote aus.
Goldmedia hat unterstützt von NBC Universal Global Networks herausgefunden, dass bis zum Jahr 2012 in Deutschland rund 8,7 Millionen Menschen TV unterwegs sehen wollen. Zwar sollte der kommerzielle Betrieb bereits Anfang dieses Jahres starten, trotz der Verzögerung zeigt sich, dass die potenziellen Nutzer vom Fernsehen am Handy begeistert sind und dafür gerne auch eine monatliche Gebühr bezahlen würden.
Erste Feldversuche haben ergeben, dass die Technik übrigens nicht nur zur Überbrückung von Wartezeiten (etwa bei Bus oder Bahn) sondern gezielt zur Information (z. B. für das Abrufen von Nachrichten) genutzt wird. Diesbezügliche Angebote der Sender bzw. Netzbetreiber haben demnach Zukunft. Auch völlig neue Nutzungsformen bzw. Medientechniken könnten damit schon bald Einzug halten. Passend zu den unterschiedlichen Zielgruppen von DVB-H könnte es rund zehn Programme geben, die in Kooperation mit den großen TV-Anstalten produziert werden.
Aufgrund der komplizierten Ausschreibungsrichtlinien für die neuen Sendeanlagen befindet sich DVB-H noch in den Kinderschuhen, die Konkurrenznorm DMB ist bereits bundesweit zugewiesen. In Deutschland müssen wegen der gesetzlichen Bestimmungen Frequenzen immer doppelt vergeben werden: Einmal an den technischen Dienstleister und einmal an den Anbieter der Inhalte. Bedingt durch die überregionalen Bewerbungen und die vielen Antragssteller ist hier eine komplizierte Vergabe notwendig.
Welche Mobil-TV-Norm sich langfristig durchsetzt, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden, obwohl derzeit DVB-H eher von der Wirtschaft bevorzugt wird. Grundsätzlich können jedoch die Gerätehersteller Modelle für beide Systeme liefern. Sollte sich DMB bzw. DVB-H nicht durchsetzen, stehen bereits die nächsten Technologien in den Startlöchern: Das satellitengestützte DVB-SH und MBMS, das auf der UMTS-Schiene aufbaut.

